Von Köslin nach Danzig

Wir, das sind Jens, Ulrich und ich (Reinhard), wollten im Herbst 2000 eine nicht alltägliche Radtour machen. Unsere Wahl fiel auf die polnische Ostseeküste mit dem Ziel Danzig (Gdańsk).

Start war am 21.10.2000 in Gifhorn. Wir fuhren mit dem Auto, die Fahrräder auf dem Dachgepäckträger, nach Köslin (Koszalin).

Am 22.10. begann unsere Tour morgens bei herrlichstem Sonnenwetter direkt vor dem Hotel Arka (Foto). Der PKW stand derweil auf einem gut bewachten Parkplatz.

Niagara-Fälle USA und Kanada

Erste Rast war in Rügenwalde (Darłowo). Diese kleine Stadt an der Ostsee, einstmals bekannt geworden durch die Rügenwalder Teewurst, hat einen schönen alten Marktplatz mit Rathaus und Marienkirche (Foto). Sehenswert ist auch das Schloss der Pommerschen Herzöge.

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Weiter fuhren wir auf kleinen und kleinsten gut asphaltierten Straßen - Radwege sind in Polen leider Mangelware - Richtung Osten. Bei Jershöft (Jarosławiec) konnten wir zum ersten Mal direkt am Strand Ostseeluft schnuppern.

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Abends erreichten wir Stolpmünde (Ustka). Die Quartiersuche erwies sich als unproblematisch, da im Herbst nur noch wenige Touristen an der Ostsee verweilen. Wir übernachteten in der Hotelpension Dinkel, welche von einem Deutschen und einer Polin gemeinsam bewirtschaftet wurde. Insidertipps waren hier im Hotelpreis inbegriffen.

Das Bild zeigt den Hafen von Ustka an der Mündung der Stolpe (Słupia) in die Ostsee.

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Der Höhepunkt unserer Reise waren am nächsten Tag - wieder bei herrlichem Sonnenwetter - die Wanderdünen im Slowinski Nationalpark (Słowiński Park Narodowy). Wir ließen die Fahrräder am Parkplatz Czołpino stehen und wanderten durch die Dünen bis zum Strand. Menschenleer war dieser. Einzig ein verwitterter Holzwegweiser sagte uns, dass sowohl Rowe (Rowy) als auch Leba (Łeba) jeweils 18 km entfernt waren. Überrascht waren wir, als wir auf dem Parkplatz als einziges Auto einen Reisebus aus unserer Heimatstadt trafen. So klein ist Welt.

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Dieser Tag war sehr anstrengend: Über 90 km mit dem Fahrrad und zusätzlich noch gut 5 km zu Fuß durch den tiefen Dünensand. Der Sonnenuntergang über dem Leba-See (Jezioro Łebski) und das gute Hotel Wodnik entschädigten uns am Abend aber für die Strapazen.

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Der 3. Tag begann leider mit Regen. Dennoch kamen wir weiterhin auf kleinen Straßen gut voran. Mittags kehrten wir wegen des schlechten Wetters im Schloss Krockow (Krokowa) ein (Foto). Nicht nur das Essen war ausgezeichnet, auch die kleine Ausstellung über die Geschichte der Grafen von Krockow gab uns einen Einblick in die deutsch-polnische Vergangenheit.

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Am frühen Nachmittag erreichten wir bei Karwen (Karwia) wieder die Ostsee. Überrascht waren wir von den vielen Süßwasserschnecken am Strand. Bei deren Bestimmung hat uns dankenswerter Weise Dr. Vollrath Wiese vom Haus der Natur in Cismar geholfen.

In Habichtsberg (Jastrzębia Góra) besichtigten wir am nördlichsten Punkt Polens das Leuchtturmmuseum. Ein einfaches Hotel fanden wir in Grossendorf (Władisławowo).

Am nächsten Tag fuhren wir auf der Halbinsel Hela (Mierzeja Helska) bis nach Hela (Hel). Von dort ließen wir uns mit dem Schiff der Weißen Flotte Danzig (Żegluga Gdańska) (s. Foto) nach Gdingen (Gdynia) bringen.

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Die Weiterfahrt nach Danzig (Gdańsk) war ein Abenteuer. Radfahrer werden in den polnischen Städten als Verkehrsteilnehmer nicht akzeptiert. Uns blieb deshalb nur die Flucht auf Radwege (sofern vorhanden) oder Fußwege. Dennoch erreichten wir unser Ziel, wie man sieht.

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Danzig selbst war nach dem Krieg fast vollkommen zerstört und ist wieder aufgebbaut worden. Eine prachtvolle Stadt, die immer einen Besuch lohnt. Beeindruckend das Panorama der Stadttore an der Mottlau (Motława), überragt vom weltberühmten Krantor.

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Bei einem Stadtbummel fühlt man sich in die Zeiten der Buddenbrocks zurück versetzt. Einzig die vielen Souvenirläden mit allem möglichen Bernsteinkitsch holen einen in die Gegenwart zurück.

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Übernachten lässt es sich gut im Hotel Novotel direkt an der Altstadt. Am Hotel befindet sich auch ein bewachter Parkplatz. Die Gastronomie in Danzig gefiel uns ausgezeichnet, vor allem die Ente Danziger Art.