Ostern: Eine Radtour im Ostharz

Trotz schlechter Wettervorhersage (Schnee, Regen und Sturm!) setzten wir (Carola, Gisela, Margret, Jens, der Organisator dieser Fahrradtour, Ulrich und Reinhard, der Schreiber dieser Zeilen) unsere Planungen dennoch in die Tat um und starteten am Karfreitag in aller Frühe zu einer Radtour durch den Ostharz.

Unser Ziel war Reinstedt bei Aschersleben. Dort wechselten wir vom PKW aufs Fahrrad.

Schnell passierten wir die Konradsburg bei Ermsleben. Und dann ging es bergauf, bis zur Burg Falkenstein. Während wir die sehenswerte Burg und das Burgmuseum besichtigten, gingen draußen die Schneeschauer hernieder.

Auf einem kleinen, durch das schlechte Wetter aufgeweichten Weg fuhren wir anschließend hinab in das herrliche Selketal, um in der Selkemühle Mittag zu essen. Zum Glück hatten wir weiterhin schlechtes Wetter, sonst wären in diesem beliebten Ausflugslokal bestimmt alle Plätze besetzt. So aber konnten die nächsten heftigen Schneeschauer unsere gute Laune nicht verderben.

Gestärkt ging es das Selketal weiter aufwärts Richtung Mägdesprung. Viele Frühblüher begleiteten unseren Weg: Buschwindröschen, Scharbockskraut, Gelbes Windröschen, Lungenkraut, Hohler Lerchensporn, Bilsenkraut. Und an der Selke konnten wir den Wasseramseln bei ihrer Nahrungssuche unter Wasser zuschauen.

Ab Mägdesprung folgten wir, ständig ansteigend und von Schneeschauern begleitet, der Straße Richtung Alexisbad. Viele Hinweistafeln wiesen auf die alte Tradition des Harzer Bergbaus hin. Auch Ortsnamen und Haltestellen der Selketalbahn, der ersten Harzer Schmalspurbahn, erinnerten an alte Bergwerkszeiten: Stahlhammer, Silberhütte, Drahtzug. Rechtzeitig vor dem nächsten besonders heftigen Schneeschauer erreichten wir Alexisbad und kehrten zum Kaffee trinken ein.

Jens und Reinhard starteten anschließend sofort Richtung Güntersberge (ansteigende Bundesstraße, nicht sehr empfehlenswert), während die anderen eine gemütliche Fahrt mit der Selketalbahn genossen.

Und dann kam der „Höhepunkt" des Tages: Bei Gegenwind (oder sogar schon -sturm?) und Schneetreiben zum höchsten Punkt der Tour nach Allrode. Auch die dann folgende 7 km lange, landschaftlich sehr schöne Abfahrt entlang der Luppbode Richtung Treseburg konnte wegen der Kälte nicht mehr entschädigen.

Um so mehr dafür das ausgezeichnete Hotel Bodeblick ebenda, in welchem Jens die Übernachtung vorgebucht hatte.

Zum Glück, denn die Hotels waren während der Ostertage ziemlich ausgebucht!

Fazit des 1. Tages: Schlechtes Wetter, die Feldwege waren einigermaßen zu befahren, auf den Straßen nur wenig Verkehr. Und das Selketal ist immer eine Reise wert!

Am nächsten Morgen war die Landschaft weiß. Kein Wunder nach den Scheefällen und -5°C. Nach einem ausgezeichneten Frühstück bekamen wir deshalb sogar noch passende Wegzehrung mit: Bodewasser für die Damen und Aechter Brocken-Kräuter-Liqueur für die Herren.

Zunächst ging es im lieblichen Bodetal bei strahlendem Sonnenschein flussaufwärts Richtung Altenbrak. (Der romantischste Teil des Tals zwischen Treseburg und Thale ist nur zu Fuß zu bewältigen, aber sehr empfehlenswert.)

Überall fanden wir bereits dezente Hinweise auf die bevorstehende Walpurgisnacht: Hexen, Hexen und nochmals Hexen.

Hinter Altenbrak wurde es aber wieder ernst: Wir verließen das Bodetal und die Straße stieg abrupt an. Nach einem langen (nicht enden wollenden) Anstieg machten wir am Hasenteich eine verdiente Pause. Trotz der Sonne wurde uns dennoch wegen der Minusgrade und des ständig pfeifenden Windes sofort kalt. Aber wir hatten ja zum Glück noch die Wegzehrung vom Hotel Bodeblick.

Von nun an wurde es leichter, aber nicht unbedingt wärmer (trotz Sonne). Auf kleinen Straßen fuhren wir nach Thale. Dort schwenkten wir auf den Radwanderweg R1 (Markierung mit der Hexe!) und folgten diesem immer am Waldrand entlang mit Panoramablick in das Harzvorland nach Gernrode.

Mittagessen war angesagt, aber an diesem Samstag leichter gesagt als getan; denn alle Restaurants waren wegen der Jugendweihe belegt. Zum Glück gibt es aber den Pizzabäcker in Gernrode am Kreisverkehr, wo wir mit lustigen Sprüchen willkommen waren. Aber nicht nur die Sprüche, auch die Pizzen waren Spitze: Eine echte Empfehlung!

Am Nachmittag rollten wir gemütlich auf Seitenstraßen und Feldwegen nach Quedlinburg in unser Hotel „Zur goldenen Sonne". Und den Nachmittag und Abend verbrachten wir bei Stadtbummel, gutem Essen und Bier in dieser romantischen Kleinstadt.

Sie ist nicht für umsonst zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt worden:

Der erste Eindruck machte Appetit auf mehr!

Der letzte Tag unserer Tour, der Ostersonntag, begann mit Regen. Und damit wir uns nicht groß auf anderes Wetter umstellen mussten, blieb es auch den ganzen Tag so. Zunächst fuhren wir wieder auf kleinen Feldwegen zurück nach Gernrode und folgten anschließend dem bereits bekannten Hexenweg (R1) bis Reinstedt.

Höhepunkt des Tages war Schloss Ballenstedt. Da es aber, wie schon gesagt, regnete, hielten wir uns hier nur kurz auf. Wir wollten möglichst schnell, trotz des landschaftlich schön gelegenen Radwanderweges, wieder nach Hause.

Kalt war´s, und windig auch. Der Schnee hat teilweise ganz schön gestört. Die Steigungen im Harz kosteten viel Kraft und auf den teilweise steilen und langen Abfahrten wurde man nicht richtig warm. Dennoch hat die Tour viel Spaß gemacht. Wir haben eine sehr geschichtsträchtige Region kennen gelernt und werden diese bestimmt für weitere Entdeckungen wieder besuchen, mit Fahrrad oder zu Fuß!