Innradweg von Kufstein nach Passau

Nach dem letztjährigen großen Kanadaurlaub gab es in diesem Jahr nur einen „Kurzurlaub“. Wir wollten 2 ½ Wochen Rad fahren und haben uns den Inn- und den Mainradweg dafür ausgesucht.

Am Innradweg stiegen wir in Kufstein ein (Hochgebirge gab es im letzten Jahr genug) und radelten diesen bis Passau. Per Zug fuhren wir dann über Bayreuth nach Creußen (Rotmainquelle) und anschließend auf dem Mainradweg nach Aschaffenburg.

30. Juni 2009:

Für die Anfahrt nach Kufstein haben wir uns rechtzeitig Plätze in den überregionaFeste Kufsteinlen Zügen reserviert und konnten somit die Anreise genießen. Die einzige Sorge auf der Hinfahrt: Wie wird das Wetter? Gerade im Südosten Bayerns hatte es in den Wochen zuvor stark geregnet und auch die aktuellen Wetterprognosen verhießen nichts Gutes: Regen und starke Gewitter.

Kufstein erreichten wir am Nachmittag und hatten noch genug Zeit für einen Stadtrundgang. Das vorgebuchte Hotel (Felsenkeller, ruhig gelegen, Dienstag Ruhetag) haben wir auch schnell gefunden.

01. Juli 2009

Am Morgen führte uns der erste Weg zur Feste Kufstein. Überraschung an der Kasse: Für Übernachtungsgäste gab es 10% Rabatt auf den Eintrittspreis.
Es war ein lohnender Anstieg: Eine beeindruckende Festung mit herrlicher Aussicht auf Kufstein am grünen Inn. Nur der Inn war zu der Zeit ziemlich grau wegen des starken Abflusses aus den Alpen.

Aber dann ging es endlich los. Zum Inn, auf den Radweg und immer an diesem entlang. Bei strahlendem Sonnenschein. Der Weg war in Österreich nicht immer perfüberfluteter Radwegekt ausgeschildert. Aber mit Hilfe des bikeline Radtourenbuches Inn-Radweg 2 fanden wir sofort den richtigen Weg.

Ein lohnender Abstecher unterwegs: Neubeuern. Nach einem kräftigen Anstieg wird man durch ein herrliches Ortsbild entschädigt (1982 schönstes Dorf Deutschlands!). Und auch die Biergärten laden unter hohen Kastanien zum Verweilen ein.
Wir machten jedoch nur eine kurze Rast, denn unser Ziel war der Chiemsee. Vor Rosenheim bogen wir nach Osten ab, passierten den Simssee und erreichten schließlich hinter Rimsting den Chiemsee.

Und nun wurde es interessant: Wegen der anhaltenden Regenfälle der vergangenen Wochen war der Chiemsee übergelaufen und der Uferweg teilweise überflutet - bis zu 30 cm! Das störte aber weder die Radfahrer noch die Gastronomen. Bei dem warmen Wetter waren nasse Füße eine herrliche Abkühlung.

Ein Quartier fanden wir abends problemlos über die Touristeninformation in Prien.

02.Juli 2009

Morgens wachten wir bei Donnergrollen auf. Das Gewitter verzog sich aber schnell und so stand der geplanten Tagestour nichts im Wege: Herreninsel, Fraueninsel, und anschließend um den Chiemsee herum zurück nach Prien.
Frauenchiemsee
Mit dem Schiff ging es zunächst zur Herreninsel. Das Fahrrad ließen wir an der Kasse auf der Insel stehen und besichtigten anschließend das Schloss. Für den Rückweg wählten wir den großen Rundweg auf der Herreninsel. Da dies sehr zeitaufwändig war, verzichteten wir bei der Fraueninsel auf einen Zwischenstopp und fuhren gleich weiter nach Gstadt.

Nun waren wieder das Fahrrad und unsere Muskeln gefordert. Auf dem herrlichen Chiemsee-Uferweg, der auch bestens ausgeschildert ist, erlebten wir bei nunmehr strahlendem Sonnenschein die vielfältige Landschaft am Chiemsee. Besonders reizvoll fanden wir das Grabenstätter Moos. Dort war in der Radwanderkarte eine Gaststätte am See eingezeichnet –- ideal für eine Pause. Und nur wenige Meter weiter stand ein Beobachtungsturm, von dem aus man sehr gut das Vogelleben auf dem See beobachten konnte.

Der Rückweg nach Prien war dann nicht mehr so schön: Einerseits führte der Weg an der Autobahn entlang und außerdem wurden wir hier noch von einem Gewitter überrascht.

03.Juli 2009

Morgens gestärkt nach einem guten Frühstück ging es auf der bereits bekannten Strecke zurück Richtung Rosenheim. In Rosenheim fuhren wir direkt zum Marktplatz und besichtigten die Altstadt. Hier fielen uns besonders die Häuser mit ihren vorgesetzten Fassaden im Dachbereich auf, so dass die Dächer selbst oftmals gar nicht mehr zu sehen waren. Dieser Baustil sollte uns nun eine ganze Weile entlang des Inn begleiten.

Nördlich Rosenheims führte der Radweg durch die herrlichen Innauen –und das mal wieder bei strahlendem Sonnenschein. Doch dieses herrliche Wetter hielt nicht lange an. Bei Griesstätt begann es leicht zu regnen, und da gerade Mittagszeit war, beschlossen wir, der Beschilderung in den Ort hinein zu einer Gaststätte zu folgen. Nur leider existierte diese bereits seit einiger Zeit nicht mehr. Also weiter bis Kerschdorf - denn dort gab es eine Gaststätte, die auch tatsächlich geöffnet hatte. Bei schließlich strömendem Regen erreichten wir auch diese und konnten uns hier nicht nur trocknen sondern auch stärken.

Nachdem es aWasserburgufgehört hatte zu regnen, ging es weiter. Aber wir kamen nicht weit, denn bereits kurz vor Wasserburg kam uns eine pechschwarze Wand entgegen. Rechtzeitig vor dem heftigen Gewitter erreichten wir noch einen riesigen Kuhstall. Hier standen wir zwar trocken, aber der Wind pfiff derart heftig durch das offene Gebäude, dass wir uns einen warmen Pullover anziehen mussten. Auch der Bauer hatte ein Einsehen mit seinen Kühen und ließ an der dem Wind zugewandten Seite die Seitenjalousien herunter.
Nach über einer Stunde war der Spuk vorbei und wir konnten die letzten Kilometer bis Wasserburg weiter radeln. Wasserburg, wunderschön an einer Innschleife gelegen, lohnt einen Besuch. Die herrliche Altstadt mit ihren repräsentativen Bauten und den schönen Laubengängen lädt auch zu längerem Verweilen ein.

Wir fuhren nach einem kurzen Stadtbummel jedoch weiter Inn abwärts. Unser Ziel war Gars. Dort hatten wir telefonisch ein Quartier gebucht. Und das war gut so, denn es gab in der Region zwar einige Pensionen, aber nicht allzu viele Gasthäuser, um abends vernünftig zu essen. In der Pension Wieser in Grafengars bekamen wir jedoch auch diverse Kleinigkeiten, die uns gut sättigten.

04.Juli 2009

Kurz nach dem Start am Morgen erreichten wir Jettenbach. Hier beginnt am Jettenbacher Wehr der Innkanal (erbaut 1919 bis 1922), der das riesige Wasserkraftwerk bei Töging mit Wasser versorgt. Im Gegensatz zu dem meist träge dahin fließenden Inn hat der Innkanal eine hohe Fließgeschwindigkeit.

Bevor wir das Wasserkraftwerk erreichten, gab es unterwegs noch viel zu sehenNeuötting. Zunächst machten wir einen Abstecher nach Kraiburg, um uns den historischen Marktplatz anzuschauen. Über Kloster Ecksberg erreichten wir Mühldorf mit seiner historischen Altstadt. Auch hier am Stadtplatz wieder die typischen Häuser, wie wir sie bereits in Rosenheim gesehen hatten.

Nachdem wir dann hinter Mühldorf das Wasserkraftwerk Töging passiert hatten, ging das Sightseeing an diesem Tag weiter. Zunächst erreichten wir Altötting, den Wallfahrtsort in Deutschland. Der Kapellplatz ist wirklich sehenswert, viele Pilger weilten hier, und auch die Souvenirläden machten gute Geschäfte. Für die Mittagspause fuhren wir jedoch weiter nach Neuötting. Und wieder ein herrlicher Stadtplatz mit den für den Inn typischen Häusern -– unserer Meinung die schönste Stadt in diesem Baustil. Und hier bekamen wir auch einen guten Tipp für die Mittagspause: „Zum Inntal“, kurz vor der Innbrücke, an der wir dann wieder auf den Innradweg stoßen sollten. Und dieser Tipp war wirklich gut: Ein herrlicher, schattiger Biergarten war die richtige Atmosphäre für die gebratenen Forellen.
Burghausen

Weiter ging es zu unserem Tagesziel Marktl, dem Geburtsort von Papst Benedikt II. Gegenüber von seinem Geburtshaus bekamen wir über die Touristeninfo auch sofort ein ruhiges Privatzimmer vermittelt. Dort ließen wir unser Gepäck und machten uns sofort wieder auf den Weg: Burghausen an der Salzach war das Ziel. Hier steht die längste Burg Europas -1043 m! Und das war ein echtes Erlebnis, von einem Burghof in den nächsten zu radeln, bis wir schließlich an der Hauptburg ankamen. Und immer wieder die tolle Aussicht auf das Salzachtal und die historische Altstadt von Burghausen. Hier lohnt sich mit Sicherheit ein längerer Aufenthalt!

Donnergrollen und dunkle Wolken mahnten jedoch zum Aufbruch. Mit Rückenwind und leichtem Gefälle kamen wir gerade noch rechtzeitig vor dem Regen in Marktl an. Das Abendessen im Gasthaus Hummel war ausgezeichnet.

05. Juli 2009

Bereits nach kurzer Fahrtstracke erreichten wir die SalzachmündunGewitterfrontg in den Inn. Und wenig später erreichten wir Braunau, wieder mit den typischen Häusern am Stadtplatz. Diverse Schlösser am Wegesrand luden zur Besichtigung ein. Unser nächstes Ziel an diesem Sonntag war jedoch das Infozentrum „Europareservat Unterer Inn“. Trotz der vielen Radler, die an diesem Sonntag bereits unterwegs waren, öffnete das Infozentrum erst um 13 Uhr! Kein besonderer Service!

Wegen eines sich nähernden Gewitters, mussten wir dann ab Mühlheim etwas stärker in die Pedale treten. Die 7 km bis Kirchdorf schafften wir aber gerade so, denn als wir zu der Gaststätte einbogen, ging der Platzregen los.

Gut gestärkt ging es weiter - bis zum Beobachtungsturm kurz hinter Kirchdorf. Hier überraschten uns die vielen Seidenreiher, die sich in dem Europareservat am Inn aufhielten. Sie sind in Deutschland normalerweise nur selten zu beobachten.

In Obernberg wechselten wir wieder auf die deutsche Seite (Nebenstrecke), da wir von hier aus eine herrliche Sicht auf Stift Reichersberg und die Stiftskirche SchärdingSuben hatten. Aber die nächste Gewitterfront war schon wieder in Sicht! Pechschwarz kam sie angerollt. Aber bis Schärding war es zum Glück nicht mehr weit. Und wir hatten sogar noch genug Zeit, in aller Ruhe uns die Stadt, und hier vor allem den Stadtplatz mit seinen im Barockstil erbauten Häusern zu bewundern. Dann mussten wir aber ganz schnell ein Dach suchen. Der Biergarten am oberen Ende des Stadtplatzes kam wie gerufen. Hier konnten wir trocken dieses besonders heftige Gewitter abwarten.

Und wie heftig das Gewitter war, sahen wir bereits kurz nach der Weiterfahrt: Ein umgestürzter Baum versperrte den Radwanderweg. Mühsam entfernten wir Ast für Ast aus der Krone, bis wir die um das Gepäck erleichterten Fahrräder durch die Baumkrone tragen konnten. Damit aber noch nicht genug. An zwei Stellen zwischen Schärding und Wernstein musste die Feuerwehr ausrücken, um die von einer dicken Schlammschicht überflutete Straße wieder befahrbar zu machen. In dem engen Inntal nördlich Schärding muss ein richtiges Unwetter gewütet haben, wie wir kurz darauf in unserem Hotel in Wernstein (LINK: Landhotel zur Mariensäule, empfehlenswert!) erfuhNach dem Gewitterren.

06. Juli 2009

Ruhetag. Kleiner Ausflug nach Passau, um dort die Weiterfahrt mit dem Zug nach Bayreuth (Mainradweg) zu organisieren. Der Ausflug ist auch wegen der neuen Fußgängerbrücke von Wernstein nach Neuburg abwechslungsreich an beiden Innufern durchzuführen.

Doch die Tour gestaltete sich auf der Hinfahrt am Westufer doch etwas schwieriger. Das Unwetter des letzten Tages hatte einige Schlammfelder auf den Radwanderweg geschoben. Und diese mussten vorsichtig umgangen werden. Auch sahen wir auf den Grundstücken und Zufahrten das ganze Ausmaß des Unwetters. Die Anwohner waren überwiegend mit Aufräum- und Reparaturarbeiten beschäftigt.

Schließlich erreichten wir aber - mittlerweile bei leichtem Nieselregen - Passau. Mit dem Fahrrad fuhren wir gemütlich in die Altstadt und besichtigten Dom, Residenzplatz, Altes Rathaus, Schaiblingsturm, ... Nur zur Veste Oberhaus wollten wir wegen der extremen Steigung nicht mit Fahrrad erklimmen. Wir stiegen deshalb zu Fuß hoch und erreichten die Veste bei mittlerweile strömendem Regen. Nach einem kurzenWernstein und Neuburg Rundgang ging es wieder bergab und bei einem kräftigen Mittagessen warteten wir das Ende des Regens ab.

Auf der Rückfahrt, nunmehr auf österreichischer Seite, schien bereits wieder die Sonne. Und so nutzten wir den Nachmittag noch zu einer kurzen Wanderung zum Schloss Neuburg.

07. Juli 2009

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir in Wernstedt Richtung Passau - der Mündung des Inn in die Donau. Kurz vor Passau reinigten wir noch einmal grob unsere Räder, da die Schlammfahrten der letzten beiden Tage doch ihre Spuren hinterlassen hatten.
In Passau hatten wir noch Zeit und genossen die schöne Altstadt einmal bei strahlendem Sonnenschein.

Und dann ging es zum Bahnhof. Das Bayernticket war bereits gelöst (28 Euro + 9 Euro für 2 Fahrräder). Ziel: Bayreuth (Mainradweg)

Passau. Veste Oberhaus und Niederhaus