Spree-Radweg (09.-16.07.2015)

1. Tag: Anreise; Spreequelle - Ebersbach 21 km

Dem Spree-Radweg war in diesem Jahr unsere erste größere Radtour gewidmet. Für die Radtour hatten wir uns das entsprechende bikeline Radtourenbuch gekauft.

Die Anreise per Bahn schien problemlos, doch leider machte das schwere Unwetter vom 5. Juli beinahe unsere Planungen zunichte. Denn am 09.07. war die Bahnstrecke von Gifhorn nach Braunschweig noch immer wegen der Sturmschäden gesperrt. Busersatzverkehr! Aber zum Glück wurden unsere Fahrräder anstandslos im Bus mitgenommen und die Umsteigezeit in Braunschweig war so großzügig, dass es auch hier keinerlei Probleme gab.

In Elmau angekommen, machten wir uns sofort auf den Weg zur Spreequelle (Foto). Die Beschilderung in Elmau ist nicht optimal; aber mit Hilfe des Radtourenbuches war diese dennoch problemlos zu finden. Beeindruckend in Elmau - wie auch den anderen Orten im Oberlausitzer Bergland - waren die vielen, teilweise unter Denkmalschutz stehenden Umgebindehäuser. Wikipedia: "Das Umgebindehaus ist ein besonderer Haustyp, der Blockbau-, Fachwerk- und Massivbauweise miteinander verbindet. Das heutige Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Niederschlesien über die Oberlausitz und Nordböhmen bis ins Elbsandsteingebirge. Weitere Vorkommen der Bauweise finden sich in der Niederlausitz, dem Erzgebirge, im Vogtland, in Nordwest- und Südwestsachsen sowie in Ostthüringen." (Foto)

Von Elmau folgten wir dann dem gut ausgeschilderten Radwanderweg nach Neugersdorf und konnten die beiden weiteren Spreequellen besichtigen. In Neugersdorf verließen wir den Spree-Radweg und fuhren nach Tschechien (ausgeschildert). Über Jiříkov (sehenswert!) kamen wir schließlich nach Ebersbach. Hier schauten wir uns noch die „Alte Mangel“, ein besonders schönes Umgebindehaus, an, bevor wir unser vorgebuchtes Quartier aufsuchten.

2. Tag: Ebersbach - Bautzen (45 km)

Wir hielten uns an diesem Tag penibel an den ausgeschilderten Radweg. Kurze (Besichtigungs)-Stopps legten wir in Neusalza-Spremberg, Taubenheim, an der Himmelsbrücke sowie an der Böhmischen Brücke ein.

Bereits mittags erreichten wir Bautzen und buchten über die Touristeninfo ein Zimmer. Dort bekamen wir auch einen kleinen Innenstadtplan, mit dessen Hilfe wir anhand eines eingezeichneten Stadtrundgangs alle Sehenswürdigkeiten (2 Fotos) besichtigten.

Am späten Nachmittag fuhren wir dann noch zur Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Bautzen II (Foto). Dort wurde um 17.00 Uhr eine kostenlose Führung angeboten, die sehr eindrucksvoll die Geschichte dieses Gefängnisses, mit dem besonderen Schwerpunkt DDR-Zeit, darstellte.

3. Tag: Bautzen - Spremberg (78 km)

Auch heute folgten wir wieder weitestgehend dem ausgeschilderten Radweg. Wir passierten zunächst das Gefängnis Bautzen I . Kurz danach fanden wir in einem Bautzner Vorort einen Supermarkt und konnten uns mit dem Notwendigsten für den Tag versorgen.

Entlang der Talsperre Bautzen erreichten wir das Teichgebiet Niedergurig, welches durch seinen Vogelreichtum bekannt ist. Besonders auffällig waren die vielen Höckerschwäne (Bild).

Etwas nördlich davon, in der Nähe von Salga, waren gerade Mähdrescher im Ernteeinsatz. Viele Greifvögel fanden sich hier ein, um zwischen den Getreidestoppeln eine Nachsuche nach Verwertbarem zu starten.

Das Schloss von Uhyst (Bild)hat seine besten Zeiten bereits gesehen, und auch der Ausblick auf Braunkohlekraftwerke war nicht sehr berauschend.

Am Bärwalder See (Bild) verließen wir dann den Spree-Radweg und folgten dem Radweg entlang des westlichen Ufers.

Dreimal fanden wir hier Wolfslosung! Über Bärwalde (Nebenstrecke) erreichten wir in Sprey wieder den Hauptweg.

Am späten Nachmittag kamen wir in Spremberg an und bezogen gleich unser vorgebuchtes Quartier in einem Denkmalgeschützen Haus direkt am Marktplatz. Danach machten wir einen Stadtrundgang, um die besonderen Sehenswürdigkeiten von Spremberg kennen zu lernen. (Bild)

4. Tag: Spremberg - Burg im Spreewald (81 km)

Bis zur Talsperre Spremberg folgten wir der Radweg-Beschilderung, wählten dann aber die Nebenroute am östlichen Ufer für die Weiterfahrt aus. Dieser Nebenroute - ebenfalls gut ausgeschildert - folgten wir bis (Cottbus-)Kiekebusch, weil wir in Cottbus uns zunächst das Branitzer Schloss und den Schlosspark ansehen wollten. Ab Kiekebusch war dann auch das Schloss Branitz gut ausgeschildert.

Bis zum Schloss (Foto) war das Fahrrad fahren noch erlaubt - danach mussten wir schieben.

Es gab aber viel zu sehen, so dass das langsamere Passieren des Parks durchaus vorteilhaft war. Am nördlichen Ende verließen wir den Park und fanden auch sofort wieder Wegweiser Richtung Innenstadt. Diesen folgten wir, um einen Eindruck von Stadtmauer, Marktplatz (Foto), usw. zu bekommen.

Nach einem leckeren Eis - es war ein ziemlich heißer Tag - fuhren wir wieder entlang der Hauptroute des Spree-Radwegs. An der Maustmühle machten wir noch einmal Rast: Wegen der Hitze war eine Trinkpause ganz nützlich. Hier waren wir überrascht, wie schnell man bedient wurde; denn das Ausflugslokal war sehr gut besucht.

Weiter ging es durch die Peitzer Teiche (Foto) - Natur und Technik standen wieder einmal direkt nebeneinander.

Doch nun hieß es Gas geben. Denn von Westen kam ein Regengebiet immer näher. Und wir hatten noch einige Kilometer bis zum Tagesziel Burg zu radeln. Das vorgebuchte Quartier erreichten wir dann kurz nach Einsetzen des ersten leichten Regens.

Dieses Quartier, der Spreewälder Naturlandhof (Foto), - bereits zu Hause vorgebucht - hat uns sehr gefallen.

Er lag zwar etwas außerhalb von Burg und bot abends auch kein warmes Essen an, aber es war kein Problem, sich noch einmal aufs Fahrrad zu setzen und trotz Regens die kurze Strecke nach Burg zu radeln. Wer sich ebenfalls für den Spreewälder Naturlandhof interessiert, hier die Wegebeschreibung: Den Spree-Radweg (auf der Nordroute) beim Kreuzen der Straße Schmorgow-Burg verlassen und dieser Straße Richtung Burg folgen. An der ersten Straße links abbiegen (nach ca. 1 km), wiederum die erste rechts abbiegen und dieser ca. 1 km folgen, bis rechts der Spreewaldhof auftaucht.

5. Tag: Burg - Spreewald - Lübben (46 km)

Am nächsten Morgen nach einem herrlichen Frühstück fuhren wir kreuz und quer durch den Spreewald nördlich Burg, um einen ersten Eindruck von dieser Landschaft zu bekommen. Den zweiten und wesentlich intensiveren Eindruck erhielten wir dann auf einer Bootsfahrt (Foto).

Allein die Lage des Hafens war schon idyllisch: Hagen´s Insel. Leider gab es während der Bootsfahrt einige Schauer. Diese konnten unsere gute Laune an diesem Tag aber nicht negativ beeinflussen.

Nach der Bootsfahrt verließen wir Burg gen Westen und erreichten nach kurzer Fahrt wieder den Spree-Radweg. Eine Mittagspause war angesagt; und da kam der Spreewaldhof am Ortsende gerade recht, denn es fing mal wieder heftig an zu regnen. Frischen Räucherfisch gab es, und der war lecker!

Danach schauten wir uns noch kurz Lübbenau (Foto: Schloss) an und fuhren anschließend weiter nach Lübben (Foto: Schloss).

Dort hatten wir wieder ein Hotel vorgebucht, das Hotel Lindengarten. Es lag zwar in einem Vorort (3 km vom Zentrum), aber vollkommen ruhig, ein sehr gutes Speisenangebot am Abend und ein excellentes Frühstück am nächsten Morgen.

6. Tag: Lübben - Beeskow (77 km)

Es war ein durchwachsener Tag: Zum einen schien die Sonne und es war sehr warm, zum anderen hatten wir aber auch z.T. heftige Regenschauer.

Bis Schlepzig folgten wir der Beschilderung des Spree-Radwegs, zogen dann aber die Nebenstrecke (wenig befahrene Landesstraße) bis Groß Wasserburg vor. In Leipsch schauten wir uns die riesige Schleusen- und Wehranlage an. Weiter ging es entlang des Neuendorfer Sees. An der Nordspitze bekam wir allmählich Hunger und, welch ein Wunder, nach ca. 100 m sahen wir ein Schild „Gulaschkanone 50 m“ (Foto). Diese kam wie gerufen, denn es fing auch mal wieder an, heftig zu regnen.

Gut gestärkt kamen wir bis Kossenblatt - der nächste Regenschauer, diesmal etwas länger andauernd. Erst hinter Trebatsch sahen wir wieder blauen Himmel. Und da es uns nun zu langweilig war, immer auf dem Radweg entlang der Bundesstraße nach Beeskow zu radeln, bogen wir kurz vor Ranzig rechts ab, nahmen die Fähre nach Leißnitz. Es war eine besondere Fähre: Die einzige Handseilzugfähre in Brandenburg (Foto). Auf einer wenig befahrenen Kreisstraße erreichten wir Beeskow und begaben uns sofort zur Touristeninfo, um ein Zimmer für die Nacht zu bekommen. Ganz originell, direkt an der Spree, übernachteten wir im Bootshaus. Hier bekamen wir auch den guten Tipp, zum Essen in die Kirchenklause zu gehen.

Beeskow sollte aber nicht nur zum Übernachten und Essen angefahren werden. Es lohnt sich, die historische Altstadt auf einem Stadtrundgang zu besichtigen. Vor allem die noch zu großen Teilen erhaltene Stadtmauer mit noch 6 (von ehemals 9) erhaltenen mittelalterlichen Türmen hat uns sehr beeindruckt (Foto).

7. Tag: Beeskow - Erkner (78 km)

Wir folgten fast durchgängig der Beschilderung, lediglich kurz vor Erkner wurde die Wegführung geändert. Hier mussten wir nach Querung der A 10 (östlicher Berliner Ring) sofort rechts abbiegen und der weiteren Beschilderung Erkner finden. Dies war erforderlich, da wir unser Hotel garni in Erkner-Hohenbinde vorgebucht hatten.

Während des Tages legten wir einen längeren Stopp an der Kersdorfer Schleuse (Foto) und in Fürstenwalde ein. Fürstenwalde sah man dabei an, dass es unter schweren Kriegszerstörungen zu leiden hatte.

Eine weitere Pause im Grünen direkt an der Spree am Radweg westlich Fürstenwalde war Entspannung pur (Foto).

Ständig fütterten Neuntöter ihre Jungen, während ein Fischadler in einem benachbarten Baum still verharrte.

8. Tag: Erkner - Berlin Ostbahnhof (45 km)

Wir hatten an diesem Tag viel Zeit, weil unser Zug erst um 14.30 Uhr am Ostbahnhof abfuhr. Also machten wir den Abstecher zum Müggelturm. Dieser war eine einzige riesige Baustelle, aber begehbar. Und die Aussicht war einmalig (Bild).

Nach dem Müggelturm folgten wir aber weiterhin der beschilderten Route entlang des Müggelsees und machten den nächsten Stopp in Köpenick. Dort besichtigten wir die Altstadt mit dem berühmten Rathaus (Bild) und schauten uns das Schloss an.

In Berlin war der Radweg sehr gut ausgeschildert und führte oft durch Grünanlagen. Deswegen (Grünanlage) wählten wir auch die Alternativroute durch die Wuhlheide. Mit einer Fähre setzten wir von Oberschöneweide nach Treptow über. Ein letzter Abstecher führte uns noch zum Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park - Heldenverehrung a la DDR! (Bild)

Fazit:

Der Spree-Radweg ist ein gut ausgebauter und beschilderter Radweg. Er verläuft oft in Flussnähe und fast immer durch landschaftlich reizvolle Gegenden. Er kann anderen Radwanderern nur empfohlen werden.